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Corona-Timeline | Österreichs Jahr im Zeichen der Pandemie

Von Michael Kloiber, Jakob Illek und Michael Sommer
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25. Februar Erster Fall in Österreich

Eine Frau und ein Mann werden in Tirol krankgemeldet. Die 24-Jährige arbeitete in einem Innsbrucker Hotel. Am 5. März konnten die beiden, aus Bergamo stammenden Italiener nach 10-tägiger Quarantäne wieder entlassen werden.

 

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10. März Strengere Veranstaltungsregeln

Die Bundesregierung verkündet: Veranstaltungen sind nur noch mit 100 Personen in geschlossenen Räumen und 500 Personen im Freien erlaubt.

11. März Erster Todesfall

Wien meldet den ersten österreichischen Todesfall in Zusammenhang mit dem Coronavirus: Ein 69-jähriger Mann verstarb im Kaiser-Franz-Josef Spital, er war zuvor aus dem stark betroffenen Italien zurückgekehrt und hatte bereits Vorerkrankungen.

 

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13. März Bekanntgabe des ersten Lockdown

Nur zwei Tage danach – am Freitag, den 13. März – wird der erste Lockdown von der Bundesregierung bekannt gegeben. Schon ab Montag gelten strenge Beschränkungen.

 

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16. März Beginn des Lockdowns

Mit diesem Tag schließt die Bundesregierung Schulen, weite Teile des Handels sowie alle Bars und Restaurants. Die Präsenzlehre an den Unis und Schulen wird eingestellt sowie Veranstaltungen endgültig abgesagt. Homeoffice wird, wo möglich, angeordnet.

18. März Tirol steht unter Quarantäne

Tirol isoliert sich praktisch selbst. Wegen der starken Ausbreitung setzt das Land alle 279 Gemeinden unter Quarantäne. Die Orte dürfen nur mehr für Arbeit oder Grundversorgung verlassen werden. Schon Tage zuvor, am 14. März, war Heiligenblut in Kärnten unter Quarantäne gestellt worden.

1. April Startschuss für die Maskenpflicht

Der Bund hat die Maskenpflicht in Supermärkten und Drogerien ab 6. April beschlossen. Bis dahin gilt eine Übergangsfrist – die Maske bestimmt nach und nach den Alltag.

14. April Erste Lockerungen

Ab diesem Stichtag gilt zwar zusätzlich eine Maskenpflicht in den öffentlichen Verkehrsmitteln, dennoch dürfen Baumärkte und kleine Geschäfte bis 400 Quadratmeter wieder öffnen.

 

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1. Mai Rückkehr von Handel, Friseuren und Co.

Die Ausgangsbeschränkungen enden, der Handel darf nach dem heutigen Feiertag wieder vollumfänglich öffnen. Auch körpernahe Dienstleistungen (wie bei Friseuren) dürfen wieder durchgeführt werden.

 

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15. Mai Weite Teile der Gastro öffnen

Die Betriebe dürfen wieder öffnen, müssen aber die Masken- und Abstandspflicht sowie frühere Sperrstunden beachten. Nachtlokale halten weiterhin geschlossen.

18. Mai Öffnung der Schulen

Mit wechselweisem Unterricht öffnen auch die Bildungsanstalten nach und nach. In den letzten zwei Wochen durften ausschließlich Maturanten an die Schulen zurück.

 

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15. Juni Weitreichende Lockerung für Maskenpflicht

Das Land legt die Maske wieder ab – Ausnahmen sind Öffis, Gesundheitseinrichtungen wie Apotheken oder Ärzte sowie Dienstleistungen wie Friseure.

 

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13. Juli Zahl der Neuinfektionen steigt wieder

Nachdem die Zahl der Neuinfektionen in den letzten Wochen gesunken ist, steigt sie nun wieder an. Betroffen sind vor allem Reise-Rückkehrer aus Serbien, Bosnien-Herzegowina, Albanien, Moldawien, Afghanistan, Pakistan und Indien, heißt es vom Grazer Gesundheitsamt.

 

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21. Juli Wiedereinführung der Maskenpflicht

Wegen der gestiegenen Infektionszahlen beschließt die Bundesregierung erneut eine Pflicht zum Tragen des Mund-Nasen-Schutzes in Supermärkten, Bank- und Postfilialen sowie Kranken- und Pflegeanstalten.

 

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22. Juli Corona-Verordnungen teils rechtswidrig

Das vom Gesundheitsministerium ausformulierte Covid-19-Maßnahmengesetz sei zwar gesetzeskonform, urteilt der Verfassungsgerichtshof. Aber: Die Verordnungen über Betretungsverbote und Ausgangsbeschränkungen waren teilweise rechtswidrig. Sie werden rückwirkend aufgehoben, waren aber ohnehin bereits außer Kraft gesetzt.

 

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14. August Neue Reisewarnungen

Nach Ende des ersten Lockdowns, in dem der Flugverkehr nahezu komplett zum Erliegen gekommen ist, waren in den letzten Monaten wieder Reisen möglich. Das wird nun schwieriger: Wegen der steigenden Zahlen führt Österreich an diesem Tag eine Reisewarnung für Kroatien ein. Andere Länder folgen, auch Testverpflichtungen für Rückkehrer aus dem Urlaub werden verstärkt. Umgekehrt wird auch Österreich von anderen Ländern wie Großbritannien oder Norwegen zum Risikogebiet erklärt.

4. September Start der Coronaampel

Um die epidemiologische Situation auf regionaler Ebene anzuzeigen und besser reagieren zu können, bedient sich die Regierung eines Ampelsystems. Ein Expertenteam analysiert jede Woche verschiedener Indikatoren rund um das virologische Geschehen, um die Regierung in ihren Entscheidungen zu beraten. Ursprünglich sollten je nach Ampelfarbe fixe, festgelegte Maßnahmen gelten,doch schon nach zwei Wochen wurden aber für ganz Österreich wieder strengere Regeln eingeführt.

 

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14. September Maskenpflicht, neue Event-Einschränkungen

Wegen weiter drastisch steigender Neuinfektionen wird von der Bundesregierung die Maskenpflicht österreichweit auf den gesamten Handel, die Gastronomie und jeglichen Kundenkontakt ausgeweitet. Veranstaltungen werden auf 50 Besucher in Gebäuden und 100 Zuschauer im Freien beschränkt.

 

15. Oktober Coronaampel erstmals Rot

In vier Bezirken in Oberösterreich, Salzburg und Tirol leuchtet die Ampel zum ersten Mal rot. Das Land Salzburg stellt die Gemeinde Kuchl unter Quarantäne. Die Schulen erhalten ein eigenes Ampelsystem und bleiben auch bei roter Coronaampel offen.

 

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22. Oktober „Game Changer“ Antigentests

Hausärzte dürfen ab jetzt in ihren Praxen Covid-19-Antigentests durchführen. Erstmals gibt es mehr als 2.000, nämlich exakt 2.435 Neuinfektionen an einem Tag, 25 Bezirke stehen in der Ampel auf „rot“. Und: Mediziner warnen vor Versorgungsengpässen in den Krankenhäusern.

 

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31. Oktober Soft-Lockdown wird angekündigt

Mittlerweile gibt es mehr als 40.000 aktiv mit dem Coronavirus Infizierte. Bundeskanzler Kurz warnt, die Lage sei „sehr, sehr ernst“. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 übersteigt in Österreich die 1200er-Marke. Und die Krankenhaus-Kapazitäten werden knapp. Daher wird ein „Soft-Lockdown“ wird angekündigt.

3. November „Lockdown Light“ tritt in Kraft

Eine nächtliche Ausgangsbeschränkung und das erneute Schließen der Gastronomie sowie der Kulturbranche soll das epidemiologische Geschehen einbremsen. Der Handel bleibt vorerst geöffnet, allerdings in der Regel nur bis 19 Uhr. Neu: Lokale dürfen Speisen zum Abholen anbieten, auch Lieferservice ist erlaubt.

 

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17. November Zweiter harter Lockdown

Am 13. November wird mit 9.586 positiven Tests innerhalb von 24 Stunden ein neuer Rekordwert gezählt. Nicht zuletzt deshalb ist Österreichs Gesundheitssystem beinahe völlig ausgelastet. Die Folge: Die Ausgangsbeschränkungen gelten wieder rund um die Uhr. Der Handel muss mit wenigen Ausnahmen für die Grundversorgung zusperren.  Schulen und Unis stellen erneut auf Fernunterricht um.

 

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7. Dezember Rückkehr zum Soft-Lockdown

In den Schulen geht man großteils wieder zu Präsenzunterricht über, nur die Oberstufe (mit Ausnahme von Abschlussklassen) bleibt im Distance Learning. Auch der Handel darf für das Weihnachtsgeschäft wieder öffnen. Gastronomie und Hotellerie sollen mindestens bis inklusive 6. Jänner 2021 geschlossen bleiben. Die Zahl der Neuinfektionen sinkt leicht.

14. Dezember Massentests in Österreich

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus setzt Österreich auf Antigentests für die breite Masse. In den letzten beiden Wochen haben die Bundesländer gemeinsam mit de, Bundesheer die Testungen an unterschiedlichen Tagen kostenlos durchgeführt. Etwa zwei Millionen Menschen nahmen daran teil, rund 4.200 positive Ergebnisse wurden auf diese Weise bekannt.

 

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18. Dezember Lage angespannt, neue Einschränkungen

Die Regierung verkündet den dritten harten Lockdown. Er startet am 26. Dezember und dauert bis 17. Jänner – allerdings nur für jene, die sich an diesem oder den zwei Tagen davor (15. und 16. Jänner) einem kostenlosen Antigentest unterziehen. Wer das verweigert, für den sollen die Lockdown-Regeln eine Woche länger, also bis 24. Jänner, gelten. Offen bleibt, wer diese Vorgaben kontrollieren soll – schließlich sollen mit 18. Jänner alle Geschäfte, Schulen, körpernahem Dienstleister und auch Sporteinrichtungen wieder öffnen. Experten zweifeln an, dass das „Freitesten“ verfassungskonform ist.

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23. Dezember Richter heben Maskenpflicht an Schulen auf

Kurz vor Weihnachten hebt der Verfassungsgerichtshof eine weitere Verordnung des Bundes auf: Die im Frühjahr erlassene Verordnung, mit der Klassen geteilt und die Maskenpflicht in Schulgebäuden angeordnet wurde, wird rückwirkend als gesetzeswidrig aufgehoben. Die Hintergründe der Regeln konnten vom Gesetzgeber offenbar nicht ausreichend begründet werden.

26. Dezember Wieder ein strenger Lockdown

Der dritte Lockdown tritt am Stefanitag in Kraft. Davor waren die Ausgangsbeschränkungen am Heiligen Abend und Christtag außer Kraft gesetzt worden. Hunderttausende haben vor dem Familienbesuch kostenlose Antigentests durchführen lassen, die die öffentliche Hand in vielen Bundesländern bereitstellte. Nun gelten wieder Ganztags-Ausgangsbeschränkungen, der Handel muss abgesehen von Supermärkten, Drogerien, Post, Apotheken und Banken schließen. Schulen und Unis stellen nach den Ferien auf Distance Learning um. Neu: Die Skilifte dürfen offen halten, Click & Collect im Handel ist erlaubt.

27. Dezember Erste Impfungen in Österreich verabreicht

Drei Frauen und zwei Männer ließen sich am Sonntag nach Weihnachten an der Medizinischen Universität Wien impfen. Alle drei sind über 80 Jahre alt. Es ist der symbolische Startschuss für die größte Impfkampagne Österreichs, wie die Politik betont. Auch in den Bundesländern wurden erste Personen geimpft.

 

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25. Jänner Lockdown, Ende nie

Ein Ende des harten Lockdowns ist noch nicht in Sicht. Im Gegenteil: Viele Branchen haben ohne Unterbrechung seit Anfang November geschlossen – darunter die Gastronomie oder Fitnessstudios. Eine Verschärfung kommt ab diesem Tag noch hinzu: Die Österreicher müssen in geschlossenen Räumen wie Supermärkten, Apotheken oder auch Öffis und an Haltestellen FFP2-Masken tragen. Ein Mund-Nasen-Schutz reicht nicht mehr aus. Gleichsam wächst der Babyelefanten-Abstand von einem auf zwei Meter.

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8. Februar Lockerungen unter strengeren Regeln

Der seit kurz nach Weihnachten geltende „harte“ Lockdown geht zu Ende. Der Handel darf wieder komplett aufsperren – mit schärferen Abstandsregeln und FFP2-Pflicht, weil die Virenmutationen um sich greifen. An den Schulen ist Präsenz-Unterricht wieder Usus – wenn auch nur für die halben Schuler: Die eine Gruppe kommt Montag und Dienstag in die Schule, die andere am Mittwoch und Donnerstag, der Freitag bleibt im Home Schooling. Und: Schüler müssen sich einmal pro Woche mit dem sogenannten „Nasenbohrertest“ selbst testen. Auch für den Besuch von Friseuren und anderen körpernahen Dienstleistern ist ein negativer Coronatest notwendig, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Gastronomie und Kultureinrichtungen bleiben zu – mit Ausnahme der Museen.

17. Februar Infektionszahlen steigen wieder an

Die Coronavirus-Neuinfektionen in Österreich steigen nach längerer Ruhepause wieder an. Innen- und Gesundheitsministerium melden 1.735 neue Fälle. Seit Beginn der Pandemie wurden 437.874 Österreicher positiv auf SARS-CoV-2 getestet, 8.290 Menschen verstarben an oder mit Covid-19. Zudem werden täglich neue Fälle der britischen und südafrikanischen Virusvariante bekannt.