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Glasfaser-Ausbau | So kommen die Steirer zum schnellen Internet

Von Jonas Pregartner und Markus Zottler

Bei der Verfügbarkeit von schnellem Festnetz-Internet gleicht die Steiermark einem Fleckerlteppich. Während in 65 von (damals) 287 Gemeinden laut dem zuständigen Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus für zumindest 90 Prozent der Haushalte eine Downloadgeschwindigkeit von 30 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) oder höher verfügbar wäre, haben in 18 Gemeinden nicht einmal zehn Prozent der Bevölkerung Zugriff auf derartige Bandbreiten. Bund und Land interpretieren die Versorgungslage übrigens jeweils anders. >>Mehr dazu<<

Warum gerade 30 Mbit/s?

Die EU sieht eine Geschwindigkeit von 30 Mbit/s als Grenze für „Next Generation Access (NGA)“-Netze und damit als Voraussetzung für die Förderwürdigkeit des Breitbandausbaus auf „weißen Flecken“. Diese Grenze gilt aber im Hinblick auf die neuen Ziele auf EU- und Bundesebene als nicht mehr zeitgemäß. Das Land Steiermark sieht darin ein strategisches Hindernis und wünscht sich eine Anhebung dieses Wertes.

Doch wozu wird schnelles Internet gebraucht? Wer einen zweistündigen Full-HD-Film herunterlädt, braucht dafür etwa bei einer Bandbreite von 16 Mbit/s mehr als zwei Stunden, bei 30 Mbit/s hingegen nur mehr gut eine Stunde, bei 80 Mbit/s nicht einmal mehr eine halbe Stunde. Relevant ist die Bandbreite auch beim Video-Streaming: Netflix empfiehlt beispielsweise für HD-Inhalte 5 Mbit/s. Läuft dann im gleichen Haushalt nebenbei ein Download und vielleicht auch eine Videokonferenz, kann es schnell eng werden in der Leitung.

Besonders, da das Datenvolumen insgesamt in Österreich rasant steigt. Heuer wurde das durch den Corona-Lockdown ab Mitte März besonders deutlich. Bereits zum Ende des 1. Quartals ist aufgrund von Homeoffice, Homeschooling, datenintensiven Streamingdiensten für Filme und Spiele etc. ein deutlicher Anstieg von mehr als zehn Prozent zum Vorquartal bemerkbar gewesen, wie die Regulierungsbehörde RTR erhoben hat. Das Datenvolumen betrug 1736 Petabyte – das wären rund 205 Gigabyte pro Österreicher.

Die derzeit hauptsächlich eingesetzten Kupferkabel, die ursprünglich für die Festnetztelefonie vorgesehen waren, kommen dabei irgendwann ans Ende ihrer Leistungsfähigkeit. Mit speziellen Technologien können Datenraten bis zu 100 Mbit/s über einige 100 Meter erreicht werden. Diese Kupferkabelstrecken müssen dann allerdings irgendwo an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Mit steigenden Anforderungen an die Bandbreite müssen diese Anschlusspunkte dann wiederum sukzessive verdichtet, also die Länge der Kupferkabelstrecken verkürzt werden. Das ist teuer und aufwändig. Deshalb wird heute beim Festnetzinternet-Ausbau hauptsächlich auf Glasfaser gesetzt. Die Datenübertragung erfolgt dabei nicht elektrisch, wie beim Kupferkabel, sondern in Form von Lichtwellen.

Bei der Glasfaser-Verfügbarkeit reiht sich Österreich im europäischen Vergleich ziemlich weit hinten ein. Nur 13 Prozent der Haushalte verfügen über einen derartigen Internetanschluss. Das aber ist nur ein Teil der Wahrheit. Denn: Noch immer gilt Österreich in Sachen Festnetz-Internet als Kupferland. Gleichzeitig sind Internetleistungen via Mobilfunk hierzulande überdurchschnittlich stark gefragt. In Summe kann die aktuelle Internetversorgung des Landes also getrost im europäischen Mittelfeld verortet werden.

Innerhalb Österreichs findet sich die Steiermark bei der Abdeckung mit zumindest 30 Mbit/s schnellem Internet im hinteren Drittel wieder. Das Land versucht deshalb seit 2019, den Ausbau mit der landeseigenen Breitbandgesellschaft „sbidi“ voranzutreiben.

Zwar hatte der Landtag mit dem „Highway 2020“ bereits im Oktober 2014 eine eigene Breitbandstrategie beschlossen. Das darin formulierte Ziel, „Breitbandanschlüsse von bis zu 30 Megabit pro Sekunde“ für alle Haushalte und Unternehmen bis 2018, ist gescheitert. Auch die bis 2022 avisierten „bis zu 100 Mbit/s“ sind vor diesem Hintergrund utopisch. Das dritte Ziel, bis 2020 in allen Gemeinden Glasfaserzugangspunkte zu errichten, wurde ebenfalls – knapp – nicht erreicht. Ausständig ist aber nur mehr St. Kathrein am Hauenstein (Bezirk Weiz), das 2021 angeschlossen werden soll. Deutlich verfehlt werden übrigens auch die im Rahmen der Breitband-Fördermilliarde formulierten Bundesziele (2020: flächendeckend 100 Mbit/s; 2025: landesweites Angebot von 1-Gbit/s-fähigen Anschlüssen).

Warum sind nun die Ziele gescheitert? „Eines der Hauptthemen war sicher, dass man immer von Bandbreite und nicht von Infrastruktur gesprochen hat“, sagt „sbidi“-Geschäftsführer Herbert Jöbstl. Bei Glasfaser stelle sich indes die Bandbreiten-Frage, im Gegensatz zu Kupfer, gar nicht. Außerdem sei die „Förderkulisse für Gemeinden schwer zu adressieren“ gewesen. „Aus meiner Sicht hat es auch zu wenig Markt gegeben. In der Steiermark war es sehr lange nahezu nur die A1, die beworben hat“, resümiert Jöbstl.

Glasfaser-Ausbaustufen
  • FTTD (Fibre-to-the-desk): in einem Bürogebäude wird das Glasfaserkabel dabei bis in die einzelnen Räume verlegt. Bei dieser Ausbaustufe sind die schnellsten Übertragungsraten möglich.
  • FTTH (Fibre-to-the-home): das Glasfaserkabel wird bis in die Wohnung des Kunden verlegt.
  • FTTB (Fibre-to-the-building/basement) meint „Glasfaser bis ins Gebäude“. Das Glasfaser endet dann meist im Keller, danach wird meist mit anderer Technologie (Kupfer) weitergeleitet.
  • FTTP (Fibre-to-the-premises): Sammelbegriff für FTTH und FTTB.
  • FTTC (Fibre-to-the-curb): dabei wird das Glasfaserkabel bis zum nächsten Verteilerkasten in die Nähe des Kunden verlegt. Die Reststrecke ist über Kupfer erschlossen.

Neue Ziele und ein Masterplan

Die Landesregierung hat deshalb heuer im März eine neue, von der Breitbandgesellschaft „sbidi“ ausgearbeitete Strategie, mit neuen Zielen beschlossen. Bis 2030 sollen nun „hundert Prozent“ der steirischen kleinen, mittleren (KMU) und größeren Unternehmen mit Glasfaseranschlüssen („Fibre-to-the-home“) ausgestattet sein. Gleichzeitig will die Regierung dafür sorgen, dass „60 Prozent der steirischen Wohnsitze“ auf schnelles Internet („Fibre-to-the-building“) zurückgreifen können. Auf explizite Übertragungsgeschwindigkeiten legt sich die Landesregierung diesmal nicht mehr fest.

"Sbidi"-Geschäftsführer Herbert Jöbstl

Die Breitbandgesellschaft „sbidi“ hat mehrere Aufgaben. Einerseits errichtet sie selbst Breitbandinfrastruktur in Regionen, in denen kein Ausbau durch private Anbieter stattfindet, bzw. sucht sich dafür Partner aus der Wirtschaft. „Unser Masterplan beeinhaltet die gesamte Steiermark, ausgenommen Graz. In Graz gibt es einen Wettbewerb, da baut UPC, da baut A1, da baut Citycom und da bauen andere. Das ist nicht unser Zielgebiet“, so Jöbstl. Bei flächigen Ausbauprojekten übernimmt „sbidi“ für die Gemeinden auch die Förderabwicklung.

Zunächst wurde allerdings der Ist-Stand erhoben, die Steiermark in „technisch-wirtschaftlich sinnvolle Cluster“ (Jöbst) geteilt und eben ein Masterplan erstellt. Dort sind einerseits bestehende Glasfaser-Leitungen und Leerrohre (in die die Glasfasern nur mehr eingeblasen werden müssen) verzeichnet. Außerdem wurde dort geplant, wie jedes Wohnobjekt und Unternehmen an das Glasfasernetz angeschlossen werden könnte. Aus dem Plan lässt sich allerhand herauslesen. Etwa Kostenschätzungen für bestimmte Ausbaugebiete oder Leitungsstrecken, welche Kabeltypen bzw. -querschnitte auf den jeweiligen Strecken verlegt werden müssen oder die Zahl der möglichen Haushalte/Nutzungseinheiten.

Masterplan: Beispiel Tieschen

Masterplan: Beispiel Tieschen

Das verrät beispielsweise der Masterplan-Eintrag für das Ausbaugebiet Tieschen:

  • Kostenschätzung gesamt (ohne Planung): 5 Mio. Euro
  • Anzahl Gebäude: 719
  • Anzahl möglicher „Nutzungseinheiten“ (z.B. Wohnungen): 813
  • Kosten pro möglicher „Nutzungseinheit“: 6154 Euro
  • Länge der Hauptkabel: 77 Kilometer
  • Grabungslänge: 62 Kilometer
  • Verträge im Verhältnis zu den insgesamt möglichen Anschlüssen: 34 %
    (Anmerkung: noch nicht alle „Papierverträge“ im System erfasst)
  • Kostenschätzung Grabungsarbeiten: 3,89 Mio. Euro
  • Kostenschätzung Glasfaserkabel (samt Einblasen, Spleißen …): 340.400 Euro
  • Kostenschätzung Leerrohre/Verteilerkästen/Schächte: 584.150 Euro

Die Grenzen eines Ausbaugebiets entsprechen nicht immer den Gemeindegrenzen. So kommt es vor, dass im Rahmen eines Projekts ein Teil von Gemeinde A und zugleich auch ein Teil der Nachbargemeinde B ausgebaut werden.

Aus technischer Sicht ist der Masterplan nahezu fertig und soll noch im Herbst präsentiert werden. Anschließend wird er auch den Gemeinden zur Verfügung gestellt.

Verlegung der Glasfaser-Leitungen

Die Grabungsarbeiten sind das Teuerste am Glasfaser-Ausbau. Aber nicht immer muss für die Verlegung von Glasfaser-Infrastruktur eigens gegraben werden:

  • Mitverlegung: Nimmt eine Gemeinde auf für den Glasfaser-Ausbau relevanten Abschnitten Grabungsarbeiten vor, etwa bei Straßensanierungen oder Leitungsverlegungen, werden Leerrohre mitverlegt, in die später die Glasfasern eingeblasen werden können.
  • Layjet: Die Ebersdorfer Firma „DW-Tech“ hat gemeinsam mit dem Land Steiermark eine Kabelverlegefräse entwickelt. Damit können die Leerrohre etwa 65 Zentimeter tief im Straßenbankett verlegt werden. Das ist deutlich schneller und günstiger, als mit dem Bagger zu graben.

Ein österreichweiter flächendeckender Glasfaser-Ausbau würde nach Schätzungen des Bundes zehn bis zwölf Milliarden Euro kosten. In der Steiermark rechnet man bundeslandweit mit einem Investitionsbedarf von zwei Milliarden Euro, der sich durch kostengünstige Verlegemethoden, Berücksichtigung der bereits bestehenden Infrastruktur etc. auf einen dreistelligen Millionenbetrag drücken lasse.

Vom Bedarf zur Leitung

Wie läuft nun der tatsächliche Glasfaser-Ausbau in den Kommunen in der Praxis ab? Für den einzelnen Bürger führt der Weg zu schnellerem Festnetz-Internet praktisch nur über die Gemeinde, die sich wiederum mit der „sbidi“ kurzschließt. Einen Großteil der Ausbaukosten – 65 Prozent – übernimmt der Bund, der sogenannte „Fördercalls“ ausschreibt. Heuer im März endete die sechste Ausschreibung, 42,3 Millionen Euro waren im Topf. Die „sbidi“ hat in dieser Ausschreibung für 14 steirische Gemeinden eingereicht.

Die Gemeinden der aktuellen Förderausschreibung

Bei 14 Projekten wartet die „sbidi“ derzeit auf die Förderzusage aus dem sechsten Fördercall des Bundes:

  • Ardning (Bezirk Liezen)
  • Fehring/Hatzendorf (Südoststeiermark)
  • Feistritztal (Hartberg-Fürstenfeld)
  • Groß St. Florian (Deutschlandsberg)
  • Kalwang (Leoben)
  • Kirchbach-Zerlach (Südoststeiermark)
  • Ligist (Voitsberg)
  • Oberhaag (Leibnitz)
  • Paldau (Südoststeiermark)
  • St. Martin im Sulmtal (Deutschlandsberg)
  • Stainz (Deutschlandsberg)
  • Straden (Südoststeiermark)
  • Tillmitsch (Leibnitz)
  • Wettmannstätten (Deutschlandsberg)

Ob ein Gebiet in einer Gemeinde ausgebaut werden kann, hängt unter anderem von der bereits vorhandenen Abdeckung ab. Es gibt aber noch weitere Kriterien. „Etwa, wie viele öffentliche Gebäude habe ich drinnen, wie viel Gewerbe. Außerdem gibt es K.o.-Kriterien, also etwa: Komme ich von dort überhaupt in die große, weite Internet-Welt, wie binde ich an, wie steht die Gemeinde dahinter?“, erklärt Jöbstl.

Zunächst wird den betroffenen Bürger eines Ausbaugebiets das Projekt im Rahmen von Info-Veranstaltungen vorgestellt. Dort wird auch ausgelotet, ob überhaupt Interesse. Denn: Nicht jeder würde einen Glasfaser-Anschluss nutzen bzw. (mehr) dafür bezahlen. Eine Erhebung, die die Regulierungsbehörde RTR 2018 veröffentlicht hatte, zeigt, dass damals nur jeder Fünfte, dem ein solcher Anschluss zur Verfügung stehen würde, diesen auch in Verwendung hatte.

In den „sbidi“-Ausbaugemeinden sei mangelndes Interesse jedenfalls bisher noch nie das Problem gewesen, meint Jöbstl. Auch, wenn jeder, der einen Glasfaser-Anschluss haben möchte, für diesen auch dazuzahlen muss. Die Preisspanne reicht dabei von 300 Euro (wer sich früh entscheidet und an einen Serviceprovider bindet) bis zu 1800 Euro (später Entschluss, ohne Vertrag). „Wenn 40 Prozent der Bevölkerung dafür ist, sehen wir einen Bedarf. Und wenn wir dann die Förderzusage bekommen, bauen wir“, so Jöbstl.

Weitere elf Ausbauprojekte der „sbidi“ befinden sich schon in der Umsetzung und sollen laut Jöbstl bis 2021 fertig werden. Das allererste, St. Nikolai im Sausal (Bezirk Leibnitz), will man sogar noch heuer im November fertigstellen. Mit rund 20 Gemeinden ist die „sbidi“ außerdem bereits in Abstimmung für die nächste Förderausschreibung des Bundes. Diese wurde für 2021 in Aussicht gestellt, ob der Coronakrise steht nun aber eine Verzögerung im Raum.

Ist der Ausbau einmal abgeschlossen, muss das neue Netz noch betrieben werden. Die „sbidi“ macht das nicht selbst, sondern hat dazu nach einer Ausschreibung mit zwei Netzbetreibern Rahmenverträge abgeschlossen: mit der Energie Steiermark und mit VX Fibre, einem schwedischen Unternehmen.

Die Netzbetreiber sind für die Entstörung und den Betrieb aller Aktivkomponenten im Netz zuständig. Diese sind, im Gegensatz zu den passiven Netzbestandteilen wie eben Glasfaserkabel, etwa Schaltschränke.

Außerdem verhandeln die Netzbetreiber mit den Serviceprovidern, die den Kunden schlussendlich die wirkliche Nutzung des Internets – surfen, streamen, Mails schreiben und Inhalte downloaden – ermöglichen.

In diesen Gemeinden wird aktuell ausgebaut

Folgende elf steirische Ausbauprojekte sollen spätestens 2021 fertig werden:

  • St. Nikolai im Sausal (Bezirk Leibnitz)
  • St. Martin im Sulmtal (Deutschlandsberg)
  • Pirching am Traubenberg (Südoststeiermark)
  • St. Stefan ob Stainz (Deutschlandsberg)
  • Schwarzautal (Leibnitz)
  • St. Marein bei Graz (Graz-Umgebung)
  • Hartl (Hartberg-Fürstenfeld)
  • Tieschen (Südoststeiermark)
  • St. Andrä-Höch (Leibnitz)
  • Kitzeck im Sausal (Leibnitz)
  • St. Kathrein am Hauenstein/Glasfaser-Zugangspunkte (Weiz)

60 Prozent der steirischen Haushalte sollen 2030 laut Breitbandstrategie also mit Glasfaser versorgt sein. Und wann, glaubt der Experte, ist tatsächlich annähernd eine Vollversorgung erreicht? „Wir haben erstmalig versucht, ein Ziel zu definieren, das auch realistisch und erreichbar ist. Eine Beinahe-Vollversorgung sollten wir aber bis 2035 erreicht haben, wenn wir nicht absinken wollen“, schätzt Jöbstl. Indes haben nicht nur die aktuell „weißen Flecken“ auf der Breitbandlandkarte Ausbaubedarf. „Nahezu jede Gemeinde hat Problemgebiete“, so Jöbstl.

Das Zusammenspiel mit 5G

Nicht nur das Glasfasernetz wird ausgebaut, auch beim Mobilfunk tut sich einiges. Gemessen an der Anzahl an Breitband-Anschlüssen übertrifft mobiles Internet das Festnetz bei weitem. Ende 2019 zählte die Regulierungsbehörde RTR in Österreich 10,6 Millionen Breitbandanschlüsse, drei Viertel davon entfielen auf Mobilfunkangebote. Mit dem Start der zweiten Frequenzauktion für 5G (fünfte Mobilfunk-Generation) nimmt der Ausbau auch hier ordentlich Fahrt auf.

In der Breitbandstrategie des Landes sind auch ein Austausch und mögliche Kooperationen mit den 5G-Providern vorgesehen. Funkmasten benötigen nämlich ebenso Glasfaser-Zuleitungen, wodurch wiederum das Glasfasernetz dichter wird. Für einen flächendeckenden Breitband-Ausbau eigne sich der Mobilfunk alleine jedenfalls nicht, meint „sbidi“-Geschäftsführer Herbert Jöbstl: „Wir und ich sind der festen Überzeugung, dass die Steiermark als Infrastrukturstandort langfristig nur hochgehalten werden kann, wenn man nachhaltige Kommunikationsinfrastruktur schafft. Und das ist für mich Festnetz bzw. Glasfaser.“

Das wesentliche Problem bei Mobilfunk? „5G ist ein geteiltes Medium – alle teilen sich die Bandbreite von einem Sender. Das ist beim prognostizierten Anstieg des Breitbandbedarfs nicht tragbar“, sagt Jöbstl.

Wir haben auf Basis der RTR-Netztest-Daten ausgewertet, welche Down- und Uploadgeschwindigkeiten in den steirischen Gemeinden im Zeitraum eines Jahres (September 2019 bis August 2020) von Internetnutzern tatsächlich gemessen wurden. Hier können Sie nach Ihrer Gemeinde suchen. Jene Gemeinden, in denen die Gesamtzahl der Messungen kleiner als 100 ist, haben wir nicht berücksichtigt.

Die Daten, insgesamt 279.396 Messungen, beziehen sich sowohl auf Festnetzanschlüsse als auch auf Smartphones und Webcubes. Wir hätten auch gerne die tatsächlich gemessenen Werte mit den Festnetz-Zahlen des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus verglichen. Weil sich die Daten zwar um die Smartphone-Messungen, jedoch nicht um Webcub-Messungen bereinigen lassen, haben wir dies nicht gemacht. Da für den ortsfesten Internetzugang österreichweit bei rund der Hälfte der Anschlüsse Webcubes verwendet werden, wäre aus einem solchen Vergleich keine seriöse Aussage abzuleiten.