Interaktiv

Spotify-Charts | „Last Christmas“ kommt früher als man denkt

Von Michael Sommer und Daniel Hadler

Welche Songs wurden untersucht?

Last Christmas und All I want for Christmas is You (AIWFCIY) – die absoluten Klassiker der Pop-Weihnachtslieder – sind in diesem Jahr bereits am 5. November erstmals in den Top 200 der Spotify-Charts erschienen. Ein solch früher Eintritt in die Chart ließ sich bereits aus unserer Daten-Analyse der Streaming-Zahlen der vergangenen Jahre prognostizieren. Was auffällt: Österreich ist im Ländervergleich ein Land der Weihnachtslieder-Enthusiasten.

Alle von uns untersuchten Pop-Weihnachtshits (AIWFCIY, Last Christmas, Marry Christmas Everyone, War is Over und Driving Home for Christmas) waren im Schnitt der vergangenen Jahre bereits ab 18. November in den österreichischen Spotify-Charts vertreten. Interessantes Detail am Rande: Nur an einem einzigen Tag liegt Last Christmas vor Mariah Careys Klassiker. Just am 24. Dezember übernimmt der Wham-Hit an der Spitze. Ansonsten ist der Hit All I want for Christmas is You in Österreichs Streaming-Charts einsame Spitze.

Dennoch gilt Last Christmas von George Michael als das Paradebeispiel der Pop-Weihnachtslieder und ist 35 Jahre nach seinem Erscheinen noch immer hocherfolgreich. Im Vorjahr wurde es in Österreich auf Spotify zwischen 11. November und 28. Dezember knapp eine Million Mal abgerufen. Doch nicht alle freuen sich auf den Wham!-Klassiker: Für Schlagzeilen sorgte im Vorjahr beispielsweise ein britischer Radiosender, der zum sogenannten „Whamageddon“ aufrief. Das Ziel: Bis zum Heiligen Abend kein einziges Mal die Originalversion von Last Christmas hören. Mehr als 200 britische Pubs unterstützen die Aktion mit einem Lokalverbot für das Lied.

Scrollen Sie sich durch die Charts

In den letzten Jahren kamen Last Christmas und All I want for Christmas is You bereits am 11. November in die Charts.
Nur sieben Tage später befinden sich alle untersuchten Weihnachtssongs in den Spotify 200.

Driving Home for Christmas steigt prompt auf Rang 106 ein und verfolgt die Führenden.
Spätestens Anfang Dezember sind die Österreicher in absoluter Weihnachtsstimmung. War is Over kommt erstmals in die Top50.

Shakin' Stevens Marry Christmas Everyone positioniert sich in unserem Ranking auf Platz drei.
Die Songs halten sich während der Adventzeit konstant in den Charts.

An den Wochenenden landen sie sogar regelmäßig in den Top10.
Den Höhepunkt bildet der Heilige Abend. Am 24. Dezember sind unsere Songs in den Charts ganz Vorne zu finden.

Und Last Christmas überholt AIWFCIY das erste und einzige Mal im ganzen Jahr in den Charts!
Ist die Bescherung vorbei, verlässt die Österreicher auch die Lust an poppigen Weihnachtsklängen.
Der "Spuk" ist am 28. Dezember vorbei.

Scrollen Sie weiter, um uns Österreicher im internationalen Vergleich zu sehen:

Österreich liebt Weihnachtssongs

Nur in einer Handvoll anderer Länder der Welt hören die Menschen so früh Weihnachtslieder, wie in Österreich. Noch enthusiastischer ist man laut Spotify-Daten in Island, wo AIWFCIY im Vorjahr bereits am 5. November in die Top 50 rutschte. Eine einfache Grundregel: Je kälter und nördlicher, desto früher kommen Weihnachtslieder in Mode. In Dänemark waren 2018 ab dem 10. November zwei Xmas-Lieder im 50er Ranking, auch Kanada und Norwegen liegen noch vor Österreich.

Deutschland ist deutlich später dran: erst in der letzten November-Woche kommt im nördlichen Nachbarland Weihnachtsstimmung auf. In Neuseeland werden Songs wie Driving Home for Christmas überhaupt erst wenige Tage vor der Bescherung nachgefragt.

Wann kommen die Länder in Weihnachtsstimmung?

Die Liebe zu den Weihnachtsliedern kennt allerdings ein Ablaufdatum. Ist der Stefanitag vorüber, sinkt hierzulande die Nachfrage rapide und insbesondere Last Christmas mag (oder kann?) niemand mehr hören. AIWFCIY hält sich etwas länger.

Die beste Zeit für Weihnachts-Pop

Die große Leidenschaft der Österreicher für Weihnachtsliedern kann auch Radio-Marktführer Ö 3 bestätigen. Und nicht nur die Lieder, auch der Zankapfel hat Tradition: Wham!s Last Christmas scheidet mit vertrauter Regelmäßigkeit die Geister und ist spätestens am Freitag vor dem ersten Adventwochenende zu hören, wie der Sender erklärt. Zu den Klassikern wie Last Christmas und AIWFCIY gesellten sich im Vorjahr die beiden Pentatonix Interpretationen von Hallelujah und Little Drummer Boy.

Die zeitliche Problemstellung bleibt freilich ungelöst: Was für die einen zu früh ist, empfinden andere als zu spät: „Diesen Spagat schafft man wahrscheinlich gar nicht“, heißt es dazu von Ö3, wo man versucht, auf externe Faktoren Rücksicht zu nehmen: „Bei Schneefall und minus 5 Grad tun sich Weihnachtslieder leichter als bei 15 Grad und Sonne.“

Und was folgt in den Ö3 Austria Top 40 nach der Weihnachtslieder-Jahreszeit? Der Pop-Sender will die Antwort darauf schon wissen: „Spätestens in der zweiten Jänner-Woche übernimmt dann wieder RAF Camora das Kommando über die Charts.“

Du bist jetzt in Weihnachtsstimmung?

Dafür ist es zwar noch ein bisschen zu Früh, aber hier unsere Top5 in voller Länge: