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Datenjournalismus | Ohne Janka im Weltcup endet eine Ära

Von Michael Schuen und Michael Sommer | Datenrecherche von Christina Freydl

21 Läufer waren es, die seit 1968 den Gesamtweltcup für sich entschieden.  Und noch jedes Jahr im Weltcup begann mit zumindest einem Läufer der die Große Kristallkugel, wie die Trophäe genannt wird, schon einem in die Höhe stemmen durfte. Mitunter waren sogar bis zu sechs Mann im Feld, die den „deppaten Glasbecher“ (Copyright: Hirscher) schon zuhause stehen hatte. Dann kam eben jener Marcel Hirscher und seine acht Siege in Serie. Es war nicht nur der Beginn einer neuen Ära, es war eine neue Dimension,  die der Salzburger mit seinen Leistungen öffnete.

Und während er gewann, verabschiedeten sich nach und nach die Läufer, die vor ihm triumphierten. Zuletzt Aksel Lund Svindal, wenngleich dieser im Nachhinein nur wenige Monate früher den Hut nahm als Hirscher selbst. Übrig bleibt allein Carlo Janka. Der 32-Jährige, Spitzname „Iceman“, gewann den Weltcup 2009/2010, jenem Jahr, in dem er dominierte. Danach aber waren Herz-OP, Rückenprobleme, Skiwechsel, Kreuzbandriss die Hauptdarsteller seiner Karriere. Und Janka schaffte es nie wieder, an seine Leistungen anzuschließen.

Heuer sollte es soweit sein, im Training präsentierte er sich stark wie lange nicht, hört man aus dem Schweizer Lager. Nun aber schlug der Rücken wieder zu Janka musste lange pausieren, stieg erst Ende Oktober wieder auf Ski. In Sölden hat er gefehlt und damit wurde das Jahr erstmals seit 1968 ganz ohne Gesamtweltcupsieger bei den Herren eingeläutet. Um seine Saison will Janka aber noch kämpfen – er versucht, in Übersee für die Abfahrten in Form zu kommen. Wenn nur der Rücken mitspielt.

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Das sind die 23 Skirennläufer, die den Gesamtweltcups seit 1968 für sich entscheiden konnten. Klicken Sie auf die Punkte, um ihre Erfolge zu entdecken:
Der erfolgreichste unter ihnen ist Marcel Hirscher – mit acht Siegen im Gesamtweltcup.
Während vor einem Jahr mit Hirscher, Svindal und Janka noch drei Gesamtweltcupsieger dabei waren, bliebt für 2019 nur noch Janka.

Doch der Schweizer, der im Sommer Vater wurde, wird von Rückenproblemen geplagt.
Der 32-Jähige stieg erst Mitte Oktober wieder auf Ski, richtiges Renntraining ist erst wieder für Übersee ab Mitte November geplant – wenn der Rücken das mitmacht.

Anders ausgedrückt: Zehn Jahre nach seinem Sieg im Gesamtweltcup ist ein Start in die Saison noch gar nicht sicher.
Sollte Janka fehlen ist das eine Premiere: Noch nie seit seiner Gründung 1968 war der Weltcup ohne einen Läufer, der den Gesamtweltcup schon einmal gewonnen hat.

Eine Vermessung des Weltcups

Wann wurde welcher Fahrer Sieger im Gesamtweltcup? Wie viele Jahre war er dann als Sieger noch aktiv dabei und wie viele Jahre dauerte es, bis er nach seinem Einstieg in den Weltcup den ersten Gesamtsieg feiern durfte? Und: In welchen Jahren waren damit wie viele Gesamtweltcupsieger dabei?

Zum Verständnis: Die Länge der Linie symbolisiert die Saisonen, in denen ein Fahrer als Gesamtweltcup-Sieger im Weltcup gestartet ist. Nimmt man Marcel Hirscher als Beispiel, so hat er 2011/12 das erste Mal den GW gewonnen – er war also 2012/13 zum ersten Mal als Halter der großen Kristallkugel im Skizirkus aktiv. 

Was man an der Grafik erkennen kann: Obwohl etwa der US-Amerikaner Phil Mahre drei Mal und auch Stephan Eberharter zwei Mal den Gesamtweltcup für sich entschieden, waren beide nur wenig länger aktiv. Eberharter, der ja schon 1991 Weltmeister war, musste auch lange auf seinen ersten Triumph im Weltcup warten – nach langen Jahren mit Verletzungen war da immer Hermann Maier im Weg gestanden. Erst als der dann ebenfalls wegen Verletzung ausfiel, schlug Eberharter zu.

Ebenfalls auffällig: Die lange „Amtszeit“ von Ingemar Stenmark. Der Rekordsieger im Weltcup mit 86 Erfolgen feierte schon im dritten Jahr im Weltcup den ersten von drei Siegen im Gesamtweltcup, danach wurde er vom Reglement ausgebremst: Um den Schweden nicht zum Dauer-Sieger zu machen, wurden Streichresultate eingeführt, nur die besten drei Ergebnisse pro Disziplin zählten. Weil Stenmark sich aber weigerte, auf die Abfahrt zu gehen, hatte er trotz Seriensiegen im Riesentorlauf und im Slalom keine Chance gegen Allrounder.  1978/79 musste er sich etwa dem Schweizer Peter Lüscher geschlagen geben. Danach waren der Liechtensteiner Andy Wenzel und dann eben Mahre (drei Mal) nach Streichern und Punkten besser als der schweigsame Schwede.

Die längste Zeitspanne zwischen erstem Sieg und letztem Sieg im Gesamtweltup, acht Jahre, schaffte der Vorarlberger Marc Girardelli, wenngleich der seine Erfolge für Luxemburg herausfuhr. Girardelli war 1984/85 das erste Mal erfolgreich, den letzten seiner fünf Siege im Gesamtweltcup feierte er 1993.

Marcel Hirscher hat sieben Jahre zwischen seinem ersten Sieg 2012 und seinem letzten 2019  – der Unterschied: Der Salzburger gewann seine Weltcups in Serie. Davor hatten es mit Gustavo Thöni (ITA), Ingemar Stenmark und Phil Mahre maximal drei Erfolge im Gesamtweltcup in Serie gegeben.